Brauche ich eine Bewilligung, wenn ich Gästen Frühstück anbiete?
Wann wird aus der Ferienwohnung ein Gastgewerbebetrieb?
Ein Bundesgesetz über das Gastgewerbe gibt es nicht. Jeder Kanton hat ein eigenes Gastgewerbe- oder Beherbergungsgesetz. Die meisten nehmen Ferienwohnungen ohne Hotelleistungen aus. Sobald du Speisen, Getränke oder Hotelleistungen anbietest, kann die Ausnahme wegfallen.
| Kanton | Ohne Frühstück und Service | Mit Frühstück oder Service |
|---|---|---|
| Wallis | keine Bewilligung, aber Anmeldung bei der Gemeinde | regelmässiger Zimmerservice oder Frühstück gilt als Beherbergung, Betriebsbewilligung nötig |
| Jura | keine Bewilligung | Ausnahme entfällt, sobald du Speisen oder Getränke anbietest |
| Freiburg | keine Bewilligung ohne Hotelleistungen | mit Hotelleistungen Patent nach dem Gastgewerbegesetz |
| Neuenburg | Ferienwohnung: Anmeldung, keine Bewilligung | Gästezimmer in der eigenen Wohnung gelten als Parahotellerie, Bewilligung nötig |
| Tessin | bis 90 Tage im Jahr vom Gastgewerbegesetz ausgenommen | mit Hotelleistungen unter dem Gastgewerbegesetz |
| Graubünden | keine Bewilligung für reine Beherbergung | Bewilligung für die Abgabe von Essen und Getränken |
| St. Gallen | keine Bewilligung für reine Beherbergung | Frühstück für Übernachtungsgäste ist ausgenommen |
| Aargau | Beherbergung ist frei | Fähigkeitsausweis nur, wer Speisen oder Getränke zum Konsum vor Ort abgibt |
| Appenzell Ausserrhoden | keine Bewilligung für Beherbergung | Bewilligung nur für den Ausschank von Alkohol |
Details stehen auf den Seiten zu Wallis, Jura, Freiburg, Neuenburg, Tessin, Graubünden, St. Gallen, Aargau und Appenzell Ausserrhoden. Schwellen nach Grösse gibt es auch: In Basel-Stadt brauchen Beherbergungsbetriebe mit mehr als sechs Betten eine Betriebsbewilligung, im Thurgau Unterkünfte für mehr als 20 Personen eine Bewilligung der Gemeinde.
Was gilt nach dem Lebensmittelrecht?
Wer mit Lebensmitteln umgeht, also sie zubereitet, lagert oder abgibt, meldet seine Tätigkeit der zuständigen kantonalen Vollzugsbehörde (Art. 20 Abs. 1 LGV). Ausgenommen ist nur die gelegentliche Abgabe in kleinem Rahmen, etwa an Basaren oder Schulfesten (Art. 20 Abs. 2 LGV). Ein Frühstück, das du regelmässig zahlenden Gästen servierst, dürfte nicht darunter fallen. Ob schon ein Frühstückskorb oder ein aufgefüllter Kühlschrank meldepflichtig ist, sagt die Verordnung nicht ausdrücklich. Frag beim Lebensmittelinspektorat deines Kantons nach.
Bist du MWST-pflichtig, gilt für das Frühstück der Sondersatz von 3,8 Prozent, auch wenn du es separat verrechnest (Art. 25 Abs. 4 MWSTG). Andere Mahlzeiten kosten 8,1 Prozent (Art. 25 Abs. 3 MWSTG). Mehr dazu unter Mehrwertsteuer.
Was gilt beim Brandschutz?
Die Brandschutzvorschriften der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) hat das Interkantonale Organ Technische Handelshemmnisse (IOTH) für verbindlich erklärt; umgesetzt und kontrolliert werden sie von Kanton und Gemeinde. Die VKF überarbeitet die Vorschriften im Projekt «BSV 2026». Welche Anforderungen für deine Wohnung gelten, hängt von Gebäude, Bettenzahl und Nutzung ab. Für Beherbergungsbetriebe gelten strengere Regeln als für Wohnungen. Ab welcher Grösse eine Ferienwohnung als Beherbergungsbetrieb gilt, haben wir in den VKF-Richtlinien nicht selbst nachgelesen. Bei grösseren Objekten oder Umbauten fragst du die Feuerpolizei oder die Gebäudeversicherung deines Kantons.
Unabhängig von Pflichten kannst du mit wenig Aufwand viel tun:
- Rauchmelder in Schlafräumen und im Flur, mit Batterietest vor jeder Saison.
- Löschdecke und Feuerlöscher gut sichtbar in der Küche.
- In der Hausmappe: Notruf 118 für die Feuerwehr, 144 für die Sanität, die Adresse der Wohnung und der Weg ins Freie.
- Bei Cheminée oder Holzofen eine kurze Anleitung und ein Hinweis, wohin die Asche gehört.
- Klare Regeln zu Kerzen, Raclette-Öfen und Grill auf dem Balkon in der Hausordnung.
Was heisst das für dich?
- Entscheide, ob du nur die Wohnung vermietest oder auch Frühstück und Service anbietest.
- Lies die Ausnahme für Ferienwohnungen im Gastgewerbegesetz deines Kantons oder frag die Gewerbepolizei.
- Bietest du Frühstück an, melde dich beim Lebensmittelinspektorat.
- Kläre bei Feuerpolizei oder Gebäudeversicherung, ob für deine Bettenzahl besondere Auflagen gelten.
- Halte die Antworten schriftlich fest.
In der Gäste-App von Stovita buchen Gäste Extras direkt dazu, und Alpi hilft ihnen als Concierge. Die Gäste-App läuft im Browser, ohne Download.
Kostenlos registrierenHäufige Fragen
Darf ich in meiner Ferienwohnung ohne Bewilligung Frühstück anbieten?
Das hängt vom Kanton ab. In St. Gallen ist das Frühstück für Übernachtungsgäste ausgenommen, im Wallis gilt regelmässiges Frühstück als Beherbergung mit Bewilligungspflicht, im Jura entfällt die Ausnahme mit dem ersten Angebot von Speisen oder Getränken.
Ist ein gefüllter Kühlschrank auch ein Frühstücksangebot?
Das regelt das Bundesrecht nicht ausdrücklich. Das Lebensmittelrecht erfasst jeden, der Lebensmittel abgibt (Art. 20 LGV), das Gastgewerberecht meist das Servieren von Speisen. Frag bei Kanton und Lebensmittelinspektorat nach.
Welcher MWST-Satz gilt für das Frühstück?
Bist du steuerpflichtig, gilt für Unterkunft inklusive Frühstück der Sondersatz von 3,8 Prozent, auch wenn du das Frühstück separat verrechnest (Art. 25 Abs. 4 MWSTG).
Muss ich in der Ferienwohnung Rauchmelder montieren?
Eine allgemeine Pflicht im Bundesrecht haben wir nicht gefunden. Massgebend sind die VKF-Vorschriften und dein Kanton. Rauchmelder kosten wenig und schützen deine Gäste.
Quellen
- Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV, SR 817.02), Art. 20 (geprüft 6. November 2026)
- Mehrwertsteuergesetz (MWSTG, SR 641.20), Art. 25 (geprüft 6. November 2026)
- VKF: Brandschutzvorschriften 2015 und Projekt BSV 2026 (geprüft 6. November 2026)
- Kanton Wallis: Gesetz über die Beherbergung (GBB, SGS 935.3) (geprüft 6. November 2026)
- Kanton Jura: Ordonnance sur le tourisme und Loi sur l'aubergement (RSJU 935.11) (geprüft 6. November 2026)
- Kanton Freiburg: Règlement sur le tourisme (SGF 951.11) (geprüft 6. November 2026)
- Kanton Neuenburg: Loi sur les établissements publics (RSN 933.10) (geprüft 6. November 2026)
- Kanton Aargau: Gastgewerbegesetz (SAR 970.100) (geprüft 6. November 2026)
- Kanton Appenzell Ausserrhoden: Gastgewerbegesetz (bGS 955.11) (geprüft 6. November 2026)
- Kanton Thurgau: Gastgewerbe- und Alkoholhandelsgesetz (RB 554.51) (geprüft 6. November 2026)
Kurz zusammengefasst, keine Rechtsberatung. Massgebend sind die verlinkte Amtsquelle und die Regeln deiner Gemeinde.